Wie ernst ist Erinnern?

Diese Woche wurde ein Erweiterungsabschnitt der Gedenkstätte der Berliner Mauer mit viel Politprominenz eingeweiht. Kann diese Gedenkstätte den zahlreichen Un-Orten der Erinnerung in Berlin trotzen, die zum „Disneyland des Kalten Krieges“ verkommen sind, wie Der Spiegel treffend titelt? Klamauk und Verniedlichung der historischen Fakten sind am Brandenburger Tor, am Checkpoint Charlie und in ganz Berlin vor allem zu einem einträglichen Geschäft geworden. Jetzt erst scheinen die Verantwortlichen zu merken, dass die Marke Berlin auch eine verantwortungsvolle Rolle in der historischen Erinnerung an die Zeit der deutschen Teilung und des Kalten Krieges übernehmen muss. Nach Jahren der Spaß-Offensive suchen wir nach ein bisschen Ernst beim Erinnern.