Neues Logo für die Region Stuttgart kopiert “Be Berlin”

Was heute als neues touristisches Logo für die Region Stuttgart vorgestellt wurde (www.stuttgart-tourist.de), kopiert die Grundidee der Sprechblase, die Embassy bereits 2007 für die Hauptstadtkampagne “Be Berlin” entwickelte – allerdings als Standortkampagne und nicht für touristische Zwecke (www.be.berlin.de). Auch die Idee, die Sprechblasen als Aufforderung zum Mitmachen zu nutzen, findet sich bereits in der Konzeption, die Embassy vor dreieinhalb Jahren für die inzwischen weltweit erfolgreiche Kampagne “Be Berlin” vorstellte.

Erstaunlich, dass sich die ausführende Hamburger Agentur in Stuttgart ganz ohne eigenständige Ideen durchsetzen konnte. Gleichzeitig entbehrt das neue Logo jeder touristischen Qualität. Der Bezug zum Thema Dialog (Sprechblasen) reagiert stattdessen auf aktuelle politische Themen. Damit versucht sich dieser Entwurf als Trittbrettfahrer der öffentlichen Aufmerksamkeit, ohne touristische Zielgruppen oder Motivationen anzusprechen. Das zeigt sich auch im vorgeschlagenen Claim “Region Stuttgart spricht für sich”, der zwar an das Münchner Vorbild “Mir san Mir!” erinnert, aber keine Attraktivität für Besucher vermittelt.
Die Region Stuttgart wird so durch Logo und Claim zur billigen Kopie degradiert, anstatt selbst neues Profil zu gewinnen.

Ironie der Geschichte
Der erste Logoentwurf für die Region Stuttgart entstand 2010 und stammte von Embassy. Er wurde von den Aufsichtsräten von Stadt und Region einstimmig befürwortetet (www.embassyexperts.com/de/pressespiegel.php). Die Stärken dieses ersten Logos liegen in der visuellen Verbindung von Stadt und Region, der freundlichen touristischen Anmutung, die Farben und Formen der Landschaft aufnimmt und in der Passgenauigkeit mit der Markenstrategie. Als der Logoentwurf zu früh an die Öffentlichkeit kam, wurde er von Stuttgarter Werbern und einer Lokalredakteurin der Stuttgarter Zeitung so lange unsachlich attackiert, bis er zurückgezogen werden musste. Die Verantwortlichen wurden so gezwungen, in eine zweite Designrunde zu investieren. Das Ergebnis enttäuscht nun auf ganzer Linie.