Neuromarketing: Kurzschlüsse im Gehirn?

Nun ist es offiziell: Neuromarketing, Neuroleadership, Neurofinance, Neurowasweißich. Autoren stürzen sich auf die Erkenntnisse der Hirnforschung und der Kognitionswissenschaften, um das Verhalten von Konsumenten zu erklären. Wir finden das ganz OK, weil das Thema so wahnsinnig interessant ist. Wirklich. Nur beschäftigen sich Konsumentenforscher in Deutschland schon mindestens seit den 1960er Jahren damit. Zweifellos gab es in den letzten Jahren neue Erkenntnisse darüber, wie das Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet. Da lohnt es sich unbedingt, diese Erkenntnisse erneut auf die Konsumforschung zu übertragen.

Was lassen wir zurück? Z.B. Glaubenssätze, die besagen, das Gehirn würde quasi in der Kindheit fixiert und wäre dann – physiologisch – unveränderbar. Stimmt nicht. Bis ins hohe Alter bleibt das Gehirn physiologisch veränderbar, wenn es trainiert wird.

Was gehört auf den Müllhaufen des aktuellen Hype? Z.B. Checklisten, wie die Informationsverarbeitung bei Konsumenten mechanistisch zu steuern sei. Kognition ist komplexer als Addition, OK?

Hüten Sie sich also vor Kurzschlüssen im Gehirn!