Gütesiegelmätzchen

Ach, Herrje, bald kan man auf Verpackungen vor lauter Gütesiegeln und Warnhinweisen nichts mehr sonst sehen. Gütesiegel gibt es für Frischfisch genauso wie für Bibliotheken, für Bio und für Öko, für Sicherheit und Kontrolle und bestimmt auch für Aufzucht und Hege.

Schon früh interessierten wir uns für diese Thematik und sehen heute, dass sie sich längst in Kühltruhen, auf Spielplätzen in Wäscheschränken und Vorratskammern breit gemacht hat. Das von uns besonders geschätzte Konstrukt der Konsumentenverwirrtheit kommt hier voll zum Tragen: die Informationskosten zur Aufklärung über das Risikopotenzial eines Produktes steigen mit der Anzahl der Gütesiegel selbst. Der Informationswert je Gütesiegel nimmt rapide ab, wenn es immer mehr von ihnen gibt. Bekommen wir also eine Ampel-Kennzeichnung wie auf Lebensmitteln in Großbritannien? Immerhin, das schafft vielleicht wieder ein wenig Orientierung im Dschungel der Gütesiegelmätzchen.

P.S.: Sehr gut gefiel uns schon immer der Warnhinweis auf US-amerikanischen Einwegfeuerzeugen (ja, soll man nicht kaufen, aber trotzdem): “Danger: contains inflammable liquid”. Aha!